Bürgerbegehren Karl-Bever-Platz

Der AK Verkehr befürwortet das Bürgerbegehren zum Karl-Bever-Platz und möchte folgende Fakten in den Blick rücken:

  1. An Ostern war die Zufahrt zur Insel verstopft und das Aeschacher Ufer nahezu nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Ein Parkhaus mit 600 bis 700 Plätzen am Karl-Bever-Platz wird die Situation nicht entschärfen.
  2. Für Tagestouristen reichen auch die 700 Plätze nicht. Für Tagestouristen sind es immer noch zu wenig. Wir brauchen in jedem Fall noch zusätzliche Lösungen.
  3. Das Parkhaus an der Inselhalle P4 mit 398 Stellplätzen, knapp 100 verbleibende Stellplätze auf der Hinteren Insel und weitere 300 Stellplätze am Karl-Bever-Platz ohne Parkhaus sind ausreichend für Kunden, Bewohner und Beschäftigte, falls sie nicht von Tagestouristen genutzt werden.
  4. Ein Parkhaus am Karl-Bever-Platz reduziert nicht die Belastung in den anderen Stadtteilen, die dem Verkehrsstrom auf die Insel ausgesetzt sind.
  5. Ein Parkhaus am Karl-Bever-Platz trägt nichts dazu bei, die Problematik zu lösen, dass bei hohem Verkehrsaufkommen der Stadtbus im Stau steht. (Was dann ebenso für den Shuttle-Verkehr zu einer zusätzlich einzurichtenden Parkmöglichkeit gelten wird.)
  6. Beim Bau des Parkhauses zeitgleich mit den Bauarbeiten für die Gartenschau auf der hinteren Insel ist nicht auszuschließen, dass es immer wieder zu Phasen mit einer für Bewohner, Beschäftigte und Kunden problematischen Verknappung von Parkraum kommen wird. (Auch wenn der AK Verkehr sich grundsätzlich für eine sanftere Mobilität einsetzt, geht es uns um eine kontrollierte Reduktion des Autoverkehrs basierend auf einem tragfähigen Konzept. Unnötige Härten sind zu vermeiden.)

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr ignorieren, ebenso wenig wie die Tatsache, dass der Verkehr einen wesentlichen Anteil daran hat. Nach Ansicht des AK Verkehrs fehlt kein Parkhaus auf dem Karl-Bever-Platz, sondern intelligente und kreative Lösungen, mit denen das Klimafreundliche Lindauer Mobilitätskonzepts (KliMo) umgesetzt werden kann. Das Geld, das in das Parkhaus fließen würde, könnte auch für Maßnahmen verwendet werden, die sich folgende Ziele setzen:

  • den Anteil der Touristen ohne Autos erhöhen,
  • die Tagestouristen mit Auto möglichst weit draußen abfangen,
  • mehr Pendler und Lindauer mit dem ÖPNV, dem Rad und zu Fuß.

Solche Ziele sind nicht mit ein paar wenigen Maßnahmen und einem kleinen Budget zu erreichen, sondern erfordern eine große Kraftanstrengung – gedanklich und finanziell. Geld und Energie jetzt in ein weiteres Parkhaus zu investieren, ist angesichts der massiven vor uns stehenden Herausforderungen der falsche Weg.

Eine kleine Stadt kann die nationale Verkehrspolitik nicht ändern. Sie kann aber sehr viel dafür tun, wie sich die Mobilität innerhalb der Stadtgrenzen gestaltet. Nur weil es schwierige Fragen sind, wie diese Ziele erreicht werden können, dürfen wir sie nicht einfach unserer Bequemlichkeit opfern. Stadträte, Stadtverwaltung und Bürger stehen hier gemeinsam in der Verantwortung.

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